Sie fragen sich, wie das weiter- und ausgegangen ist mit der Freundlichkeit des Fremden?!

Wir können jetzt den bestimmten Artikel benutzen, denn dieser Fremde ist uns nicht mehr fremd. Die Wirklichkeit kann manchmal unglaubwürdiger als die Fiktion sein. Würde man mich in einem Buch oder Film mit *dieser* Realität konfrontieren, hätte der Autor gleich verloren, denn so viel “Kommissar Zufall” erträgt man selbst in schlechten Filmen nicht.

“Auweia!”, würde man schreien, “sowas gibt es doch gar nicht!” — Gibt es doch! Aber eben nur “in Echt”.

Mein Hinweg zur S-Bahnhaltestelle hat natürlich auch einen Weg zurück. Als ich etwa fünf Stunden später — und somit etwa eine Stunde früher als gedacht — an derselben Stelle aussteige, haben sich Laune und Wetter verschlechtert. Der Tag ist anders verlaufen als gedacht, was auch, aber nicht nur am Wetter liegt. Es hat zu regnen begonnen — und der leichte Regen entwickelt sich gerade zu einem Platzregen. Typisch für diese Jahreszeit. Aber ich bin nicht darauf vorbereitet und gehe mit gesenktem Kopf und schnellen Schritten Richtung “nach Hause”. Der Rückweg verläuft konsequenterweise ausschließlich bergauf.

Plötzlich höre ich ein zerknautschtes Hupen neben mir. Der Regen ist mittlerweile so heftig geworden, dass ich kaum aufschauen kann. Dafür aber nach links. Neben mir hält der blaue Lieferwagen. Die Beifahrertür wird aufgestoßen.

“Wollen S’e wieder mit zurück?”, fragt die mittlerweile vertraute Stimme des Fremden. Bisher hatte ich nicht gewusst, dass es sowas wie “mobile Tierärzte” überhaupt gibt. Dieser hier scheint einen guten Sinn für die Nöte und Bedürfnisse der Landbevölkerung zu haben.

“Will ich!”, antworte ich, als ob es das Selbstverständlichste von der Welt wäre, dass der blaue Lieferwagen in diesem Moment an mir vorbefährt.

“Das ist ja ein irrer Zufall”, kommentiere ich überflüssigerweise — und füge vollkommen sinnlos hinzu: “Ich bin nämlich eine Stunde früher dran als geplant.”

“Das trifft sich ja gut!”, antwortet der mobile Tierarzt unbeeindruckt. “Bei mir hat’s nämlich zwei Stunden länger gedauert als gedacht.”

Dieser Dialog ist 1.) vollkommen unglaubwürdig und 2.) komplett absurd, aber … so oder zumindest so ähnlich hat er sich zugetragen an einem verregneten Frühlingsnachmittag.

“Der Rest ist [eine] Geschichte!” — und da sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

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