»Jetzt gehe ich unter … — die Pendlerinnen!«

Als das klar war, fand ich es zunächst aufregend und interessant. Nach 2, 3-mal Drüberschlafen regten sich plötzlich große Zweifel.
Ist das wirklich das Richtige für mich, dieses Pendlerinnenleben?!

Erstaunlicherweise hatte ich gar keine so große Angst vor der Belastung, weder vor der praktischen, noch vor der für die Beziehung, die nach so vielen Jahren des Zusammenwohnens nun plötzlich in eine völlig neue Phase eintreten würde.

Nein, ich bekam vielmehr Zweifel an der Bewältigung des Alltags … bzw. … der beiden Alltage, dem einen hüben und dem anderen drüben.
Im ersten Leben war alles gut geregelt. Wir haben z.B. eine Putzfrau, die 1x/Wo. kommt. Und am Freitagabend ist immer Großeinkauf. Na, das würden wir ja bestimmt nicht so beibehalten, wenn ich zukünftig immer erst gegen 18 Uhr aus der Landeshauptstadt zurückkommen würde, am Ende einer anstrengenden Arbeitswoche.

Und wie sollte ich das mit den Klamotten machen? Brauchte ich jetzt alles doppelt? Oder sollte ich von jetzt an zu Hause nur noch Freizeitklamotten im Schrank hängen haben?
Und wie sollte ich es vermeiden, dass in Zukunft immer das passende Kleidungsstück zum Kombinieren 300 km entfernt lag?

Da hatte ich, beim 30°-Wäsche-Aufhängen, eine Idee:
Wie wäre es, wenn ich meine Wäsche ab sofort nicht nur zum Waschen nach Farben sortierte, sondern … grundsätzlich?! Gedanklich legte ich alles, was ich an Anziehsachen hatte, auf farblich sortierte Häufchen.

  • Alles, was blau war: meine Blue Jeans, meine dunkelblauen Hosen, meine blauen T-Shirts und Blusen …
  • Alles, was schwarz war: meine schwarzen Hosen, meine zahlreichen (!) schwarzen Tops (Pullis, Shirts, Blusen, …), schwarze Unterwäsche (also ca. 3/4 meines Inventars), …
  • Alles, was rot war: ein paar T-Shirts und die eine rote Bluse (eigentlich ein Fehlkauf, aber leider ein teurer), die rote Sommerhose, der rote Baumwollrock, …

Dann ordnete ich die Stäpelchen den zwei Orten zu: Alles, was rot, gelb und orange (okay, das orange Stäpelchen war überschaubar) war, blieb zu Hause. Die fröhlichen, leuchtenden Farben verband ich ohnehin mehr mit Freizeit als mit Arbeit.

Blau, schwarz, grau — das ging mit an den Arbeitsort.

Violettlilaflieder … davon habe ich eh nicht viel. Zählte das zu Rot oder zu Blau?! Ich entschied mich für die rote Fraktion.

Und nach kurzer Zeit hatte ich meinen gesamten Kleidungsbestand farblich sortiert und nur wenige Zweifelsfälle zu lösen gehabt.

Mein Farbexperiment konnte beginnen …

--> Teil 2

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